Blog & Aktuelles
>
Gesundheits- und Versicherungswesen im Rhein ĂŒberschreitenden Vergleich

Gesundheits- und Versicherungswesen im Rhein ĂŒberschreitenden Vergleich

đŸ—“ïž Geteilt am
7/3/2023

Interreg-Projekt mit der Maison de l’emploi und CAFA RSO im KalĂ©idosCOOP

Strasbourg, 27. Juni 2023

Eine Premiere der besonderen Art fand Ende Juni im neuen „Ort fĂŒr den Rhein ĂŒberschreitenden Arbeitsmarkt“, dem „KalĂ©idoscoop“ in Straßburg, statt.

 

Mehr als 70 Teilnehmer informierten sich als GĂ€ste des Deutsch-Französischen Wirtschaftsclubs am Oberrhein (CAFA RSO) ĂŒber Unterschiede der Gesundheitswesen verschiedener LĂ€nder – mit dem Schwerpunkt auf Deutschland und Frankreich, sowie die verschiedenen Strukturen in der Sozialversicherung.

BegrĂŒĂŸt von Agathe Binnert, der stellvertretenden Direktorin der Straßburger Arbeitsagentur und Hausherrin des KalĂ©idosCOOP, ĂŒbernahm es Marduk Buscher als Deutscher Co-PrĂ€sident des CAFA RSO, den Abend zu moderieren, der erstmals mit der finanziellen UnterstĂŒtzung durch das Interreg VI-Programm der EU zustande kam.

ZunĂ€chst fĂŒhrte Dr. Holger Pressel als Wissenschaftler und Buchautor durch einen weltweiten Vergleich der vorzufindenden Gesundheitssystem in dieses Thema ein. Dabei stellte sich heraus, daß das deutsche und das französische System sich eher nur in Details unterscheiden. Zum Beispiel besteht in Deutschland ein Nebeneinander von privaten und gesetzlichen Versicherungen, welche untereinander wiederum im Wettbewerb um die Gunst der Versicherten stehen, wĂ€hrend in Frankreich ein einheitliches Versicherungssystem besteht, welches aber fĂŒr unterschiedliche Gruppen von BeschĂ€ftigten (SelbstĂ€ndige, Angestellte, Agrarsektor, öffentlicher Dienst ...) verschiedene Angebote bereit hĂ€lt. Die Versorgungs-QualitĂ€t ist in beiden LĂ€ndern Ă€hnlich, wobei auch hier im Detai wechselnde Vorteile bestehen.

Sylvia MĂŒller-Wolff bewies im nachfolgenden Vortrag als EURES-Beraterin bei der Agentur fĂŒr Arbeit Karlsruhe-Rastatt ebenfalls, daß Überblick und Detailwissen sich nicht ausschließen mĂŒssen.

Sie fĂŒhrte das Publikum in einem informativen, aber auch unterhaltesamen Parcours-Ritt durch die TĂŒcken der Versicherungsmöglichkeiten fĂŒr GrenzgĂ€nger – also Arbeitnehmer, welche grenz- bzw. Rhein ĂŒberschreitend tĂ€tig sind. Die FĂŒlle möglicher Differenzierungen machte schnell klar, warum es in der EU mit EURES ein europĂ€isches Kooperationsnetzwerk zur Förderung der FreizĂŒgigkeit von Arbeitnehmern geben muß: Letztere sollten sich unbedingt beraten lassen, bevor sie eine Arbeitsstelle im Nachbarland antreten, um nicht gegen eine der (zu) vielen Bestimmungen zu verstoßen. Nach erfolgreicher Beratung kann man aber durchaus Vorteile genießen, weil ein GrenzgĂ€nger zum Beispiel in beiden LĂ€ndern Gesundheitseinrichtungen und Ärzte aufsuchen darf.

 

Daß es gar nicht erst dazu kommen muß, zeigte Petra SpitzmĂŒller in ihrem abschließenden Vortag auf. Krankenversicherungen wie etwa die AOK verstehen sich heute eher auch als Gesundheitskasse und verwenden einen - sicherlich noch steigerbaren - Anteil der zur VerfĂŒgung stehenden Gelder, um in den Betrieben PrĂ€ventionsmaßnahmen zu unterstĂŒtzen, damit die Arbeitnehmer gar nicht erst an berufstypischen Leiden erkranken.

 

Petra SpitzmĂŒller und Marduk Buscher hatten die Idee fĂŒr die gemeinsame Veranstaltung ĂŒbrigens beim ersten Stammtisch der Wirtschaftsregion Mittelbaden (WRM) im Februar 2023 entwickelt, als sie in der Vorstellungsrunde ihr gemeinsames Interesse an einer Rhein ĂŒberschreitenden Zusammenarbeit entdeckten.

 

Die zahlreichen Fragen aus der Zuhörerschaft bestĂ€tigten die Veranstalter darin, daß die vorgetragene Thematik fĂŒr viele Menschen in Grenzgebieten der EU eine große Bedeutung hat, und Referenten und Teilnehmer vertieften die Thematik im anschließenden geselligen Zusammensein – nicht ohne den angebotenen Speisen und GetrĂ€nken ebenfalls gehörig zuzusprechen.

                               

www.kaleidos.coop

www.interreg-oberrhein.eu

www.maisonemploi-strasbourg.org

www.eures-t-oberrhein.eu

www.bw.aok.de

www.wirtschaftsregionmittelbaden.de

Foto: CAFA RSO, von links nach rechts: Frau SpitzmĂŒller (AOK), Frau MĂŒller-Wolff (EURES) und Frau Molla (AOK)

Mehr lesen  ➜

Benötigen Sie Informationen?
Unser Team beantwortet gerne Ihre Fragen!

Kontaktiere uns

Noch kein Mitglied?
Schließ dich uns an!

Schließ dich uns an!